Einblick

»Am liebsten bin ich dann Pfarrer, wenn ich singe.«

Warum ich gerne Pfarrer bin? – Viele gute Gründe könnte ich nennen: die Freude, ein kleines Kind zu taufen; die beglückenden Momente im Religionsunterricht in der Grundschule; die immer neue Herausforderung durch meine Konfis; die intensiven und häufig berührenden Gespräche mit Trauerfamilien; das kollegiale Miteinander in einer Pfarrkonferenz oder einer Supervisionsgruppe.

Doch am liebsten bin ich dann Pfarrer, wenn ich singe – im Gottesdienst, in einem Chor, in der Schule, im Auto. Ich liebe die alten Choralmelodien genauso wie die modernen Texte und Rhythmen so genannter neuer geistlicher Lieder. Ich fühle mich getragen von der tiefen Kraft der Taizé-Gesänge und lasse mich anstecken von der Power eines Gospelchores.

Und weil ich inmitten einer Gemeinde singen kann, feiere ich gerne Gottesdienst. Liturgie lebt davon, dass wir sie als gemeinsames »Spiel« begreifen und feiern. Deshalb schmerzt es mich, wenn die Gemeinde mit den Chorälen kämpft und viele gar nicht mehr mitsingen. Denn welche Kraft steckt doch in der Musik als dem tragenden Element von Liturgie!

Ich erlebe Gemeinschaft und ich werde berührt von Melodien, von Klängen, von der sprachlichen Kraft der Liedtexte – von Gott! Gottes Lob zu singen - das schließt uns als Gemeinde zusammen im geheimnisvollen Spiel vor dem lebendigen Gott.